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Schwedische Jagdpanzer unter der Lupe

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Die Geschichte der schwedischen Panzerkonstruktion ist eng mit der deutschen Firma GHH verknüpft (Gutehoffnungshütte Aktienverein für Bergbau und Hüttenbereich Oberhausen). Die GHH erwarb nach dem Zweiten Weltkrieg eine umfangreiche Beteiligung der AB Landsverk. Die Deutschen, denen es untersagt war, Kriegsmaschinen in ihrem eigenen Land zu bauen, entwickelten stattdessen bahnbrechende leichte Panzer für andere Länder, darunter Schweden. Obwohl sie komplette Neueinsteiger waren, lernten die Schweden schnell und bauten selbst mehrere (für die damalige Zeit) klassische mittlere Panzer und innovative Konzepte für schwere Panzer. Diese verblassten jedoch alle im Vergleich zu den schwedischen turmlosen Panzern, die als die bahnbrechendsten (und kontroversesten) Panzer der Nachkriegszeit galten.

Mit dem Update 9.17 debütieren neun Jagdpanzer schwedischer Bauart. Diese Fahrzeuge sind bekannt für ihren ausgezeichneten unteren Richtbereich in Verbindung mit zuverlässiger Beweglichkeit und anständiger Feuerkraft. Zu dieser Mischung kommt noch je ein Schuss der für Jagdpanzer typische Vorteile Geschwindigkeit und geringe Größe. Im echten Leben würden sie die Feuerstellung beziehen, einige Schuss abgeben und dann verlegen, noch bevor der Gegner reagieren kann.

UDES 03, Strv 103-0 und Strv 103B (die Spitze des Baumes auf den Stufen VIII–X) zeichnen sich durch außergewöhnliche Bauart aus – die obere Frontplatte des UDES 03 hat 20 mm Panzerung bei 81 °, und die des Strv 103 besitzt 40 mm Stärke bei 79 °. Daraus resultieren hervorragende Mobilität und starker Frontschutz. Noch eine Besonderheit – diese drei können ihr Geschütz über Bewegungen der Wanne ausrichten und führen damit zwei einzigartige Spielmodi ein: Reise- und Feuermodus.

UDES 03

Benannt nach dem Heeresforschungsprojekt unter Leitung von Sven Berge, dem Entwickler des Strv 103, wurden die Entwürfe erstellt, um der Armee ein billiges, kompaktes Fahrzeug der 20-Tonnen-Klasse zu liefern, das ein verlässliches Geschütz (am besten mit Ladeautomaten) besaß und in der Panzerabwehr einzusetzen war. Diese Anforderungen brachten zwei Konzepte hervor, die von den Firmen Bofors und Hägglunds entwickelt wurden. Der UDES 03 ähnelte dem Strv 103, wog aber weitaus weniger, während der UDES 14 dem M56 Scorpion ähnelte. Ersterer gelange in die Prototypenphase, wurde aber nie produziert. Der 14 verblieb ein Entwurf.

Obwohl er im echten Leben nach dem Strv 103 gebaut wurde, steht der UDES 03 in World of Tanks eine Stufe vor ihm. Der gute Richtbereich und die hydraulische Aufhängung machen ihn zu einem idealen Einstiegsfahrzeug in den Reise-/Feuer-Spielstil der hochstufigen Jagdpanzer. Er führt die beiden neuen Modi gut ein, jedoch ohne die schlagartige Änderung der Gefechtsdaten von Strv 103-0 und Strv 103B.

  • Im Reisemodus ist die Handhabung mit dem Geschütz schlechter als die anderer Jagdpanzer auf Stufe VIII, aber noch gut genug, um Schießen zu erlauben (Richtbereich von 0 bis +20 °, horizontales Ausrichten wird durch Drehen der Wanne erreicht).
  • Der Wechsel in den Feuermodus steigert die Feuerkraft, schwächt aber die Beweglichkeit.

Eindrucksvolle Geschwindigkeiten vorwärts und rückwärts im Reisemodus (70 km/h vorwärts und 50 km/h rückwärts) machen es kaum möglich, vorauszuahnen, von wo er das nächste Mal zuschlägt. Sichert euch also gute Stellungen mit dem Reisemodus und geht dann in den Feuermodus.

Strv 103


Während der 1950er war der Kalte Krieg an der Schwelle, ein heißer militärischer Konflikt zu werden. Die schwedische Armee schickte sich an, ein bewegliches Fahrzeug mit Panzerschutz gegen Hohlladungsgeschosse (HEAT) und guter Feuerkraft als Antwort zu entwickeln. Sie begannen, die Panzerkonstruktionen aus den USA, Frankreich und Deutschland zu studieren. Letztendlich wählte der Militärausschuss ein neu entwickeltes schwedisches Konzept: einen turmlosen Panzer mit stark abgeschrägter Frontpanzerung, der von einem Ingenieur des Heereswaffenamtes patentiert wurde, Sven Berge.

Dieses Modell – aus dem schließlich der Strv 103 wuchs – vereinte die besten Eigenschaften der beiden Panzerkonstruktionsschulen: den Schutz britischer und amerikanischer Fahrzeuge mit dem geringen Gewicht und hohen Leistungsgewicht der Deutschen und Franzosen. Es war der allererste Panzer mit zwei Motoren, ein Diesel und eine Gasturbiene, mit denen er hohe Geschwindigkeiten erreichen konnte (50 km/h im Spiel). Damit noch nicht alles. Er besaß eine hydropneumatische Aufhängung und blühte damit in der hügeligen Landschaft Schwedens auf. Da das Geschütz fest in der Wanne saß, musste er diese zum Zielen bewegen und konnte sich nicht gleichzeitig bewegen und genau feuern.

Das Update 9.17 stellt zwei Versionen dieses besonderen Panzers auf: den frühen Strv 103-0 und seine Weiterentwicklung Strv 103B. Beide besitzen den typischen Reise-/Feuern-Spielstil. Sie sind perfekt geeignet, um Hinterhalte zu legen. Dank der hohen Geschwindigkeit (auf Kosten der Panzerung) und Tarnwerte können sie innerhalb kürzester Zeit die besten Feuerstellungen besetzen. Niedrige Silhouette, abgewinkelte Wannenpanzerung und furchteinflößende Geschützdaten machen sie zu gefährlichen Gegnern auf lange Reichweite. Sie können selbst schwer gepanzerte Gegner zerlegen, während sie durch ihre extrem abgewinkelte Frontpanzerung zu einer unaufhaltsamen Kraft in einer direkten Konfrontation werden. Die schlechte Manövrierbarkeit in sowohl Feuer- als auch Reisemodus machen Strv 103-0 und Strv 103B im Nahbereich zur leichten Beute. Auch hat der Strv 103 eine Sichtweite von nur 360 Metern. Ihre Fähigkeiten sind stark von den Modi abhängig:

  • Im Feuermodus hat der Strv 103B unvergleichliche Durchschlagskraft, hohe Genauigkeit und gute Nachladegeschwindigkeit, aber nur mittelmäßigen Alphaschaden. Jedoch kann er nur langsam vor und zurück fahren (10 km/h) und die Wanne nur auf der Stelle drehen. Er senkt oder hebt die Wanne (gemeinsam mit dem Geschütz) abhängig von der Position des Fadenkreuzes. Für kleinere Anpassungen an der momentanen Stellung ist er schnell genug, ohne in den Reisemodus wechseln zu müssen.
  • Wechselt man in den Fahrmodus, erreicht der Strv 103B 50 km/h vorwärts und immerhin 45 km/h rückwärts. Dann kann er das Geschütz nicht mehr vertikal ausrichten und muss es in der Horizontalen durch Drehen der Wanne ausrichten.

Wie man spielt

  • Nutzt Deckungen voll aus und versucht, eine oder zwei Reihen hinter der ersten Linie zu stehen, damit ihr eure dünne Panzerung nicht preisgeben müsst
  • Fahrt im Reisemodus in die richtige Stellung, wechselt in den Feuermodus und dezimiert die Gegner
  • Vermeidet Feuern während der Fahrt: das Geschütz steht fest und ihr könnt nicht vernünftig zielen, außer der Gegner ist so nah, dass er das gesamte Fadenkreuz ausfüllt – Schwachpunkte anzuvisieren ist so kaum möglich
  • Der Moduswechsel braucht Zeit, also berechnet das immer mit in eure Taktik ein

Wie mit jedem neuen Panzerzweig, der neue Taktiken einführt, werdet ihr nicht in den Panzer springen und sofort Vollprofi sein. Diese Jagdpanzer brauchen Zeit. Wer diese investieren will, der kann zu einem echten Machtfaktor werden.

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