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Museumsüberblick - Das Parola Armour Museum, Finnland

Vor kurzem durfte ich das Parola Armour Museum in Finnland besuchen. Das Museum liegt etwa 110 Kilometer weit von Helsinki entfernt – selbst bei all dem Schnee war die Fahrt ein Vergnügen. Hier einige der Highlights:

Hoheitsabzeichen der finnischen Panzerfahrzeuge

Die Fahrzeuge im Museum tragen noch immer die Hoheitsabzeichen ihrer letzten Fahrt. Im Winterkrieg (November 1939 bis März 1940) waren sie überhaupt nicht bemalt. Später im Jahre 1940 bemalte man sie mit einem blau-weißen Ring, was man allerdings bald wieder aufgab.

Im Juni 1941 präsentierten die finnischen Panzerfahrzeuge das neu verabschiedete nationale Symbol - das blaue finnische Kreuzzeichen „Hakaristi“. Ursprünglich war es ein Glückssymbol für die Familie des Grafen Von Rosen, der den Finnen im Jahre 1918 sein erstes Flugzeug schenkte.

Erst nachdem die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein ähnliches Kreuzzeichen verwendete, erlangte dieses alte Symbol politische Bedeutung. Das finnische Kreuzzeichen hatte mit der Ideologie der NSDAP oder auch mit dem Faschismus im Allgemeinen nichts gemeinsam. 

Aufgrund der emotionalen Konnotation dieses Emblems, und entsprechend den Richtlinien von Wargaming, habe ich einige der Kennzeichnungen von den Fotos entfernt.

  Danke für euer Verständnis. 

 

 
KV-1M versteckt   Renault FT-17 Modell 1917
   

Der erste Panzer, den die finnische Armee einkaufte, war ein französischer FT Renault 17. Er war mit einer 37-mm-Kanone bewaffnet, die in einem drehbaren Turm montiert war – im Gegensatz zu vielen anderen Fahrzeugen, bei denen das Maschinengewehr starr befestigt war.. 

Mit einem Gewicht von 6,7 Tonnen war der FT-17 für diese Zeit eine unglaublich fortschrittliche Konstruktion. Er hatte einen drehbaren Turm und das Motorabteil saß in einem kugelsicheren Schott. Das finnische Panzerregiment, das am 15. Juli 1919 ins Leben gerufen wurde, kaufte insgesamt 32 dieser Panzer.

 
BT-42   T-34M - 1941

Die BT-Panzer wurden gegen Finnland an der russischen Front eingesetzt – sowohl im Winterkrieg (1939-40) als auch im Fortsetzungskrieg (1941-44). Sie waren mit einer 114-mm-Kanone bewaffnet. Im Museum steht der letzte verbleibende dieser Panzer (511-8).

Obwohl er schnell war (der BT-42 konnte mit seinen Ketten 52 km/h schaffen), litten die BTs unter zahllosen Problemen – dazu gehörten auch seine schlecht konstruierten Ketten, die oftmals abrutschten.

 

Die Sowjets testeten nach dem Winterkrieg im Jahre 1940 an der Mannerheim-Linie die Prototypen eines neuen T-34. Er wurde als „ausgezeichnet“ beurteilt und ging sofort in Produktion. Er wurde auch nach dem Ausbruch des Fortsetzungskriegs im Jahre 1941 eingesetzt.

 
T-34-85   ZSU-57-2

Die verbesserte Version mit einem längerem Turm und einem 85-mm-Geschütz. Die finnischen Truppen eroberten sieben dieser Panzer und setzten sie sofort selbst ein. Dieses beeindruckende Exemplar war nur 61 Stunden lang im Einsatz.

 

Die Grundlage dieses Panzers war ein modifiziertes T54-MBT-Chassis deren Bewaffnung doppelte luftgekühlte 57-mm-Automatikkanonen umfasste. Dieses Flugabwehrgeschütz konnte 210 bis 240 Schüsse pro Minute abfeuern – abhängig von der Munitionsart. In den frühen 90ern wurden sieben ZSU-57-2-Panzer modifiziert und mit dem Zielindikator-Radar Marconi Series 400 sowie zwei automatischen Kanonen aus schweizer Fertigung ausgerüstet.

 
Eine großartige Sammlung originaler Funkausrüstung    T-50
   

Es gibt nur noch zwei T-50 – und Parola besitzt einen davon. „Kleiner Sotka“ nennt man ihn in Finnland (der T-34 heißt dort „Großer Sotka“). Er wurde nur in sehr kleiner Stückzahl hergestellt, da der überlegene T-34 zur gleichen Zeit eingeführt wurde.

 
ISU-152   PstK/37 & PstK/40

An der finnischen Front wurden im Jahre 1944 zahlreiche ISU-Angriffswaffen eingesetzt. Zwei ISU-152er wurden erobert und einer davon wurde in der finnischen Armee eingesetzt. Er war mit einer 152-mm-Kanone und unglaublich schwerer Munition bewaffnet (das panzerbrechende Geschoss wog 48,5 kg). Aufgrund des Gewichts hatte der ISU-152 zwei Ladeschützen und im Fahrzeug konnten nur 22 Geschosse transportiert werden. 

 

Das Museum beherbergt außerdem in einer eigenen Halle eine fabelhafte Sammlung von Panzerabwehrwaffen

 
Nur eine der Hallen – das Foto wurde von einem Leopard 2A4 aus aufgenommen. Die finnischen Verteidigungskräfte kauften 124 Leopard 2A4er, um damit die alternden T55er und T53er zu ersetzen. Zwanzig davon wurden für die Verwendung als Minenräumer und Brückenlegepanzer umgerüstet. Ein wahrlich fähiger Kampfpanzer, bewaffnet mit der 120-mm-Rheinmetall-Glattrohrkanone.

 

Zusammenfassung

Vielen Dank an alle, die meiner Museumsführung gefolgt sind. Ich habe hier im Artikel nur den kleinsten Teil ihrer erstaunlichen Sammlung präsentieren können. Wenn ihr jemals die Gelegenheit für einen Besuch habt, garantiere ich euch, dass ihr nicht enttäuscht werdet.

 

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