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Das militärische Technikmuseum im tschechischen Lešany und der „Tank Day“

Das Museum wurde 1996 auf dem Gelände einer ehemaligen Artillerie-Kaserne zwischen den Dörfern Krhanice und Lešany (Tschechische Republik) eröffnet. Seit 2003 wird jedes Jahr in der Umgebung des Museums ein „Tank Day“ veranstaltet, an dem viele Panzer und andere militärische Fahrzeuge aus der Museumssammlung in dynamischen Vorführungen präsentiert werden.

Bei der Ankunft am Museum steht ein pinker IS-2 Wache. (unten)

 

 

Das allgemeine „Thema“ des Tages war die tschechoslowakische Mobilmachung 1938. Nach der Annektierung Österreichs hatte Hitler ein Auge auf den Westen der Tschechoslowakei geworfen. Mitglieder der NSDAP hatten dort bereits fest Fuß in der politischen Szene gefasst und Henleins „Sudetendeutscher Partei“ gelang es im Mai 1935 tatsächlich, zur zweitgrößten politischen Partei in der Tschechoslowakei zu werden. (Konrad Henlein war ein führender deutscher Politiker in der Tschechoslowakei). Die deutsche Propagandamaschinerie erkannte diese Gelegenheit, woraufhin Hitlers Ambitionen umgesetzt wurden. Dieser behauptete fälschlicherweise, mehr als drei Millionen ethnische, in der Tschechoslowakei lebende Deutsche würden unterdrückt, und forderte daraufhin die vollständige Kontrolle.

Als Reaktion darauf unternahm die Tschechoslowakei am 20. Mai 1938 eine teilweise Mobilmachung ihres Militärs. Hitler kommentierte diese Mobilmachung wie folgt: „Es ist mein unabänderlicher Entschluss, die Tschechoslowakei in absehbarer Zeit durch eine militärische Aktion zu zerschlagen.“

Der Star des Tank Day war zweifellos der LT vz.35 (unten) mit der deutschen Bezeichnung Pz.Kpfw. 35(t).

 

Die Fertigung liefert Grund zur Debatte, da einige die Unternehmen Škoda Plzen und ČKD als Hersteller nennen. Die Seriennummer gibt jedoch lediglich CKD im Jahre 1937 an.

 

Nur fünf Fahrzeuge sind bis heute noch erhalten, wovon das Museum das einzig betriebsbereite Exemplar besitzt. Das Leben dieses besonderen Fahrzeugs, das zuvor im US Army Ordnance Museum in Aberdeen (USA) ausgestellt wurde, ist interessant.

Es hat nun seine ursprüngliche tschechische Registrierungsnummer 13.962. Der Panzer wurde der tschechischen Armee im Jahr 1937 übergeben und nach der deutschen Besetzung im Jahr 1939 (ohne den Turm) in den Dienst der deutschen Wehrmacht gestellt. Er wies einige Gefechtsschäden auf und wurde zur Reparatur an das Škoda-Werk geschickt, wo er bis zur Befreiung der Tschechoslowakei im Mai 1945 verblieb.

                                   
T-72M4 CZ (rechts). Viel mehr über dieses Fahrzeug erfahrt ihr in einem bevorstehenden Artikel, für den ich das Glück hatte, den Tag mit dem tschechischen Panzerbataillon 73 zu verbringen.
 
The_Challenger quetscht sich in den T-72M4 CZ (oben) des Panzerbataillons 73.
 
T-34-85 

Massenprodukt, einfach und hocheffizient – alles Referenzen, die auf den T-34-85 zutreffen. Das Fahrzeug stand im Dienst der Tschechoslowakischen Volksarmee (CSLA) und beherbergte eine Reihe von Modifikationen und Verbesserungen.

Nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und der Übernahme der Tschechoslowakei durch die Sowjets wurden alle militärischen Entwicklungspläne an die sowjetische Militärführung übertragen.

Die ersten der „hauseigenen“ T-34-Panzer verwendeten einige Bauteile, die aus der Sowjetunion importiert wurden. Nach mehreren Testläufen wurde die Produktion im Februar 1952 aufgenommen. Der erste vollständig in der Tschechoslowakei hergestellte Panzer verließ die Produktionsanlage im Winter 1952.

Man schätzt, dass zwischen 2.736 und 3.185 T-34/85-Panzer in der Tschechoslowakei hergestellt wurden. (Ich selbst habe unzählige verschiedene Zahlen gesehen und es scheint, als umfassten diese Zahlen die Ingenieursfahrzeuge VT-34, die Kranfahrzeuge JT-34, die Brückenlegefahrzeuge MT-34, das ABC-sichere Aufklärungsfahrzeug PBCHT-34 und den schweren Bulldozer PB-34).

Die ersten Fahrzeuge waren aus qualitativer Sicht nicht besonders gut und es wurden unzählige Fehler und eine schlechte Baureihe gemeldet. Dies wurde jedoch verbessert, woraufhin 1954 über die Baureihe gemeldet wurde, sie sei besser als jene der Sowjetunion. Darüber hinaus wurden diese Fahrzeuge mit unzähligen technischen Verbesserungen produziert, einschließlich einer verbesserten Einspritzanlage, einer Wattausrüstung, einer größeren Kraftstoffkapazität und eines verbesserten Getriebes.

 

 
   
Die Schönheit des IS-3 (oben)   Die Hangars des Museums beherbergen unzählige interessante Stücke.
     
 
Muss nicht vorgestellt werden... (oben)   Cromwell IV (oben)

 

Warum der „Cromie“? Nun, er stand im Dienst der alliierten Einheiten der polnischen Panzerdivision 1 (berittenes Schützenregiment 10) und der 1. tschechischen Panzerbrigade.

Die1.  tschechische Panzerbrigade erreichte den europäischen Kriegsschauplatz Ende September 1944 und löste die 2. kanadische Infanteriedivision in den Stellungen um Dünkirchen ab.

 

Brigade-Aufstellung
  • 1. tschechisches Panzerregiment – Cromwells
  • 2. tschechisches Panzerregiment – Cromwells
  • 3. tschechisches Panzerregiment – Ende 1944 ergänzt – Churchills

Neben den drei Panzerregimentern gab es auch noch ein motorisiertes Bataillon und eine gepanzerte Aufklärungsstaffel (Stuart VI, Cromwells und Humber Scout Cars). Ein Panzerabwehrtrupp (40-mm Bofors), eine Ingenieurkompanie und ein Feldartillerieregiment (gezogene 25-Pfünder).

Die Bezeichnung der Panzer hing von den einzelnen Bataillonen ab. Es war jedoch üblich, den Panzer mit dem ersten Buchstaben der Staffel zu benennen. Der gelbe Kreis mit der Nummer an der Vorderseite ist die Brückenklassifizierung. Cromwells und Sextons fielen in die Klasse 27, Shermans in die Klasse 30 und der Churchill gehörte zur Klasse 40.


Comet

Von tschechischen Panzerfans im Jahr 2007 vom Museum für Panzertechnik in Smržovka gekauft, vollständig restauriert und anschließend an das Museum verkauft.

Die Witterung hat sicherlich nicht zum Guten beigetragen (oben), dennoch ein mächtiger und starker Anblick.

 

SA-9 Gaskin

 

Zusammenfassung

Ein wundervoller Tag und ein großartiges Museum für einen Besuch. Der begrenzte Raum hier wird dem einfach nicht gerecht. Mein großer Dank geht an alle Beteiligten am Unternehmen und an die Community, die dies zu einem wirklich besonderen Tag machte.

Weitere Fotos findet ihr auf der Facebook-Seite von The_Challenger!

 

Referenzen:
  • Mitarbeiter des Panzermuseums in Lešany
  • Mitarbeiter des Museums für Panzertechnik in Smržovka
  • Hitler & Czechoslovakia in World War II – Patrick Crowhurst
  • Czechoslovakia between Stalin & Hitler: The Diplomacy of Edvard Benes in the 1930s – Igor Lukes
  • Tank War – Central Front NATO vs. Warsaw Pact (Elite Series No 26) – Steven Zaloga
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