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Invasion der Normandie – Die Guderian-Berichte

Dieser Artikel wird euch nicht die klassische Übersicht der Normandie-Landungen aus Sicht der Alliierten bringen, wie es oft der Fall ist. Stattdessen wollen wir euch einen einzigartigen Blick auf den Status der deutschen Panzertruppen, dem Panzerkorps, vor und während der Normandie-Landungen geben.

Unser Ziel ist es, dem 70. Jahrestag des D-Day durch das Teilen von Wissen zu gedenken.

Eine kleine historische Zusammenfassung – die alliierte Invasion:

Die Invasion der Normandie war die Invasion und Festsetzung der alliierten Streitkräfte in der Normandie in Frankreich.

Die Landungen der Normandie waren die größte seewärtige Invasion der Geschichte, mit fast 5.000 Landungs- und Angriffsbooten, 289 Geleitboote und 277 Minenräumbooten.

Die Landungen begannen mit Operation Neptune, allgemein bekannt als „D-Day“.

Anfangs für den 1. Mai 1944 geplant, wurde die Operation um einen Monat verlegt, um mehr Truppen und Ausrüstung sammeln zu können. Sie war dann für den 5. Juni 1944 geplant, aber aufgrund von schlechtem Wetter wurde sie im letzten Moment auf den nächsten Tag verlegt.

Fast 160.000 Truppen überquerten am D-Day den englischen Kanal und am Ende des Monats waren 875.000 Mann gelandet.

„Into the Jaws of Death“ von Robert F. Sargent. Angriffsboote landen die erste Welle von Truppen am Omaha Beach.

 

Um das Ziel der Landungen zu verschleiern, wurde eine Täuschungsaktion, Operation Fortitude, gestartet, die den Deutschen den Eindruck verschaffte, dass das Hauptziel Pas de Calais war (Fortitude South).

Als die Landungen endlich begannen, standen den Alliierten nur 14 der 50 Divisionen in Frankreich gegenüber. Der Widerstand war an den meisten Stränden hart, aber Omaha war der Einzige, bei dem der Erfolg der alliierten Mission ernsthaft in Frage stand.

Obwohl die Alliierten nicht all ihre Ziele am ersten Tag erfüllten, hatten sie dennoch einen Halt gefunden, den sie in den folgenden Monaten erweiterten, was am Ende einen großen Beitrag zum Sieg der Alliierten darstellte.

Nun schauen wir uns die andere Seite der Landungen an und, vor allem, was die deutschen Armeen in der Normandie behinderte. Was waren die Effekte auf die Panzertruppen? (Der für die Alliierten wohl gefährlichste Zweig der deutschen Armee) Um das herauszufinden, schauen wir uns General Heinz Guderian und einige seiner Berichte als Hauptbestandteil dieses Artikels an.  

Panzerlandungsschiffe entladen Versorgungsgüter am Omaha Beach, in Vorbereitung auf einen Ausbruch aus der Normandie

 

Die Situation in der Normandie – die deutsche Perspektive

Vor den Landungen in der Normandie standen Deutschland 50 Divisionen in Frankreich und den Benelux-Staaten zur Verfügung. Von diesen waren neun Panzerdivisionen und eine SS-Panzergrenadiere-Division im Westen stationiert, als die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie landeten.

Nur drei dieser Divisionen konnten die Landung abwehren, das heißt waren am D-Day in voller Gefechtsbereitschaft.

Die übrigen sechs Divisionen wurden noch neu ausgestattet, nachdem sie von der östlichen Front zurückgezogen waren und konnten den Normandie-Landungen nicht in voller Stärke entgegentreten. Statusberichte unterscheiden sich oft, da zusätzliche Panzer gemeinhin vor Gefechten Einheiten hinzugefügt wurden.

Am 19. Juni 1944 schickte General Guderian eine taktische Analyse an Hitler und berichtete einige der Hauptprobleme der Panzereinheiten seit die Invasion der Normandie begonnen hatte.

Unten findet ihr eine überarbeitete Version einiger der Hauptprobleme der Panzerkorps in der Schlacht um die Normandie. Unsere Kommentare sind fett und kursiv nach jeder Sektion:

 

(i) Über den Einsatz von Panzereinheiten auf der Invasionsfront bis zum 10. Juni

  • Der Feind kämpft, indem er seine Luftüberlegenheit und seine materielle Überlegenheit nutzt. Er ist aggressiv, aber nicht so aggressiv, das es ihn kosten würde. 

Was bedeutet das? Im Juni 1944 war die Kriegsmarine blockiert und ihre Hauptstreitkräfte an der Normandie-Front nutzlos. Da die Luftwaffe so gut wie gelähmt war, hatte die Wehrmacht im Grunde ihre zwei Hauptunterstütungszweige verloren und somit einen schweren taktischen Schlag erlitten.

  • Aufgrund der feindlichen Luftherrschaft kommen Panzereinheiten besonders benzinarm an.

 Die Briten führten ihre Zermürbungstaktiken aus Afrika fort, sodass die deutschen Versorgungslinien ernsthaft in Gefahr stand, auch wenn sie nicht vollkommen blockiert war, was schwere Rückstände von Kriegsmaterialien mit sich zog.

  • Die Ankunft der Tiger-Abteilung des I. SS-Panzerkorps wurde zunächst am Mittag des 10. Juni erwartet. Aufgrund der feindlichen Luftherrschaft wurde sie verspätet. Jeder Versuch, während des Tages zu marschieren, führte zu einer Vielzahl ausgebrannter Fahrzeuge auf der Straße.

Ohne die Unterstützung der Luftwaffe mussten Panzerkonvois nachts losfahren, um Luftangriffe zu vermeiden, sodass die Reaktionszeit erheblich verlängert wurde.

 Ein zerstörter deutscher Panther

 

(ii)  Zur Möglichkeit, die gegnerischen Landeköpfe mit den verfügbaren Panzertruppen zu eliminieren.

  • Es scheint nicht möglich, die Alliierten mit ihren derzeitigen Truppen und ihrer Ausrüstung ins Meer zurückzudrängen solange:
    • a) Die Geschütze von 60 - 70 Kriegsschiffen ungestört mit Flugzeugaufklärung feuern können
    • b) Der Effekt der Alliierten Luftwaffe ungestört auf diesen begrenzten Raum konzentriert werden kann.

Die massive Marineformation der Alliierten ermöglichte ihnen in der Normandie ihre Einheiten von der See und von der Luft zu unterstützen. Um die deutschen Mühen noch weiter zu behindern, konnten sie diese massive Feuerkraft in einem relativ kleinen Bereich fokussieren.

 

(iii) Es können nicht mehr Panzereinheiten gegen den Landekopf geschickt werden, als neu ausgestattet werden können.

  • Vorräte für die drei Panzerdivisionen, die schon eingesetzt werden, wurden immer noch nicht garantiert.

  Guderian zufolge, gab es nicht genügend Vorräte, um mehr mehr als die 3 erwähnten Divisionen zu versorgen.  Dies war ein unbestrittener Anzeiger des Vorratszustandes der deutschen Truppen im Jahr 1944.

 

Als Alternative riet Guderian, die bereits eingesetzten Panzerdivisionen mit Personal und Material zu verstärken, um ihre hohe Kampfkraft zu sichern. Der Ausschnitte aus dem Bericht oben umschreiben klar die Alliierte Überlegenheit in Versorgung und Unterstützung, was die Effektivität der Panzerdivisionen in der Normandie weiter einschränkte.


Alliierte Invasionspläne und deutsche Positionen in der Normandie.

 

Guderians Schluss war, dass obwohl sie „Feind mit überlegener Ausrüstung gegenüberstehen“, seine Einheiten und deshalb alle deutschen Truppen, am Ende in der Schlacht um die Normandie siegreich sein würden, vor allem wegen ihrem „überlegenen Kampfesgeist“. Er glaubte an die Überlegenheit seiner Soldaten gegenüber den Alliierten.

Derselbe Glaube war auch unter der japanischen Führung verbreitet. Verlass auf Moral und Kampfesgeist über den Einfluss von Ausrüstung, Vorräten und zahlenmäßiger Überlegenheit wurde in beiden Fällen als Trugschluss entlarvt. Verlass auf einen fluktuierenden Faktor ist ein wackeliger strategischer Standpunkt.

Außerdem fehlte bei dieser Sichtweise oft Einblick in die Motivation, Moral und den Kampfesgeist der gegnerischen Armeen, die im Falle der Normandie, sowie in vielen anderen Fällen, sehr motiviert waren, ihre Ziele zu erfüllen.

Das Jahr 1944 und die Schlacht um die Normandie zeigten den Preis, den Deutschland zahlen musste, um einen so langen Krieg zu kämpfen. In der Invasion der Normandie wurde klar, dass Deutschland, und die Achsenmächte insgesamt, weder die Vorräte, noch das Personal* oder die Ausrüstung hatten, um einen langen Krieg zu führen.

Deutsche Berichte zeigen, dass der durchschnittliche Personalbestand im Frühling 1944 nur ungefähr 50 % vom Idealzustand betrug.

Nehmen wir als Beispiel der Vorräte der Alliierten den britischen Kraftstoffvorrat: 1939 kamen Großbritanniens Vorräte auf 7 Millionen Tonnen. 1941, nach zwei Jahren eines großflächigen Krieges betrugen die Vorräte immer noch 4,5 Millionen Tonnen.

 

So wiederholte sich die Geschichte und Deutschland führte einen Krieg, den es langfristig nicht gewinnen konnte.


 

Wofür steht das „D“ in D-Day?

Das „D“ steht nicht für „Deliverance“(Erlösung), „Doom“(Verderben), „Departure“(Abreise), oder ähnliches – das „D“ kommt vom Wort „Day“. „D-Day“ ist die Bezeichnung für den Tag, an dem eine Militäroperation anfängt.

Wenn eine Militäroperation geplant wird, ist der Tag und die Zeit nicht immer genau bekannt. Daher wurde der Begriff „D-Day“ benutzt, als das Datum, an dem die Operation beginnt – wann immer das ist.

 

Folgt The_Challenger auf  .

 

Quellen:

Öffentliche Webseiten

ddaymuseum.co.uk

PanzerTruppen – Überarbeitet von Tomas Jenz

 

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