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Operation Veritable – Panzer und Spezialausrüstung

„Es war durchgehend Spandau gegen Bren.“ 


Egal wie sehr ich gerne die Gefechte und Planung von der Schlacht im Reichswald erklären würde, ist der verfügbare Platz einfach nicht genug, um ihr gerecht zu werden. Es gibt aber eine Menge verfügbares Material, falls ihr mehr dazu wissen wollt.

Heute konzentrieren wir uns nur auf die Panzer & Spezialausrüstung, da die Operation eine ist, die den Albtraum eines jeden Panzerfahrers repräsentiert. Den mit schlechtem Gelände und dem dramatischen Einfluss, den das Wetter haben kann. Ein Panzer, der feststeckt, ist nur eine Pillbox und stellt ein leichtes Ziel dar.

Das Ziel von Operation Veritable (kurz)

Die Schlacht im Reichswald begann am 8. Februar 1945 und die folgenden Kommentare basieren auf Nachgefechtsberichten von der 21st Army Group der British Armed Forces und Colonel P.N. Veale MC (Military Cross), dem Befehlshaber des 9th Royal Tank Regiment.

Die Operation war Teil einer Reihe, die vorsah, den Alliierten zu ermöglichen, aus dem Westen nach Deutschland einzudringen und die Armeen zu zerstören, die ihnen widerstanden. Ihr genaues Ziel was es, die deutschen Positionen zwischen der Maas und dem Rhein zu zerstören und in eine südliche Richtung zwischen diesen zwei Flüssen durchzubrechen. Nachdem das erreicht war, wäre die 21st Army Group bereit für die nächste Phase und hätte eine Front entlang des Rheins.

Der Plan sah vor, eine Zangenbewegung zu nutzen, die die eingegrabenen deutschen Kräfte umringen würden. Die britischen und kanadischen Truppen sollten den nördlichen Teil dieser Zange bilden, während die amerikanischen Streitkräfte den südlichen in einer Operation namens Operation Grenade bilden sollten. Die deutschen Kräfte schafften es jedoch, die Rur so stark zu fluten, dass die amerikanischen Truppen ihren Angriff verzögern mussten.

Eine Notiz aus den täglichen Berichten besagt: „Links machte die 53 (W) INF Div guten Fortschritt und sicherte die hohe Position im Nordwesten des Reichswaldes und machte 200 Kriegsgefangene. Der Zustand des Bodens verursachte viele Probleme... Die Churchill-Panzer und die Brückenleger schafften es, mit der Infanterie mitzuhalten, aber die Flails und Crocodiles steckten von Anfang an fest.“

Der kommandierende General Dwight D Eisenhower kommentierte, dass „Operation Veritable einige der schwersten Kämpfe des ganzen Krieges hatte. Ein bitterer Schlagabtausch“ zwischen deutschen und alliierten Kräften.

Panzer

Man hoffte, dass nach dem ersten Einbruch ein großer Durchbruch der Panzer stattfinden würde. Das Wetter und der Untergrund machten das jedoch unmöglich. Überflutung und das extrem schlechte Vorankommen beschränkte Bewegung auf Straßen und Schienen. Das führte zu einer massiven Stauung. Die deutsche Armee bemerkte dies und verwandelte alle Dörfer und Städte in Festungen und konstruierte in ihnen Anti-Panzer-Gräben und rissen Krater in die Straßen. Im Endeffekt konnten diese alle nicht von den Panzern umgangen werden und mussten stattdessen von der Infanterie eingenommen werden. Zu Zeiten, als die Panzer versuchten, ohne Unterstützung zu arbeiten, waren die Verluste sehr hoch.

Die effektivste Rolle für die Panzer war also die der nahen Unterstützung, eine Rolle die auch heute kritisch ist. Nicht nur um große Feuerkraft zu liefern, sondern auch um die Moral der Infanterie zu stärken. Die Schlacht war vor allem eine Infanterieschlacht. Selbst mit Luftüberlegenheit wurde die Schlacht in heftigen Infanteriegefechten ausgetragen. Ein Kommandant sagte: „Es war durchgehend Spandau gegen Bren.“ 

„Aufgrund der Blindheit der Panzer in den Wäldern ist es essentiell, dass bei allen Vorstößen, bei Tag und bei Nacht, die Infanterie den Panzern vorangeht, egal ob die Panzer auf Kämmen oder durch den Wald vorrücken. Um zu vermeiden, dass fallende Bäume die Infanterie treffen, mussten sie ca. 30 Meter vor den Panzern gehen. Daher mussten bei Nacht die Vorstöße in Teilen machen und Bewegungslichter mussten benutzt werden. Die Infanterie trug leicht sichtbare Markierungen auf dem Rücken und Infanterie- und Panzerkommandanten mussten nah beisammen sein. In einem Fall trug die Infanterie weiße Tassen auf dem Rücken, bewegte sich 70 Meter pro Satz vor und signalisierte mit roten Lichtern den Panzern, wenn sie anhielten. Das System funktionierte ausreichend. Flanken- sowie Frontschutz muss gegeben werden.“

Spezialausrüstung

Aus dem Operationsbericht des 9RTR (Colonel P.N. Veale, MC):

„Der Einsatz von Crocodiles war ein großer Erfolg gegen Pillboxen. Schützenlöcher in Wäldern und bebauten Gebieten, ernster und sturer Widerstand wurde durch den Einsatz von Feuer überwunden, das den Feind immer noch verängstigt.“ „Der Vorstoß begann um 10:30 Uhr, aber der Boden war in einem prekären Zustand und Flails und Crocs konnten keine Fortschritte machen, weshalb der Startpunkt schnell mit feststeckenden Fahrzeugen blockiert war. Normale Churchills konnten jedoch stetigen, wenn auch langsamen, Fortschritt über die Felder machen. In den ersten 900 Metern gab es keinen Widerstand, aber spekulatives Besa-Feuer wurde an der Front und den Flanken eingesetzt.“


Flails die selten eingesetzt werden konnten. Auf der Straße steckten sie hoffnungslos fest.

Der Bericht sagt klar, dass WASPS im allgemeinen den Crocodiles in den meisten Operationen vorgezogen werden. Der WASP hat den Vorteil, dass er dem Bataillonskommandanten direkt untersteht und daher immer verfügbar ist. Sie waren extrem nützlich, um Gegner aus Wäldern, Dörfern und Bauernhöfen zu entfernen.BADGER (RAM) Flammenwerfer wurden in dieser Operation erstmals benutzt.“ Der BADGER RAM war eine Version vom kanadischen RAM Kreuzerpanzer.Das RAM-Fahrwerk war ideal, besonders wenn der Hauptturm entfernt wurde, um Platz für die Benzintanks des WASP zu machen.

   
WASP (links) und Badger RAM Flame (rechts)

Die meisten dieser Ram-Umwandlungen, die als Bader bezeichnet wurden, hatten den Flammenwerfer des WASP statt des .30 cal Maschinengewehrs in der Front, wodurch sie einen großen Feuerbereich hatten. Der Werfer wurde verkehrt rum angebracht, was aber nicht die Genauigkeit der Waffe beeinflusste. Hinten befand sich Brennstoff für den Flammenwerfer und die meisten, wenn auch nicht alle, Badger hatten den offenen Turm mit einer Panzerplatte abgedeckt. Spätere Versionen hatten einen Hilfsturm auf der gepanzerten Platte, wodurch der Kommandant eine Kuppel und ein .30 cal Maschinengewehr hatte, mit dem er deutsche Infanterie bekämpfen konnte, die zu nahe kam.

Wo wir noch bei Flammenwerfern sind: LIFEBUOY-Ausrüstung (ein handgehaltener Flammenwerfer) wurde während Operation Veritable benutzt, aber der Bericht sagt: „Nutzer haben kein Vertrauen darin, weil er mechanisch nicht verlässlich und zu schwer ist.“


AVsRE
(Armoured Vehicle‘s Royal Engineers) nutzten Petarden (Sprengsätze) gegen Pillboxen und Schlüsselpunkte in den Verteidigungen, die nicht von den Crocodiles ausgeschaltet werden konnten.

In einem Fall wurde eine Pillbox aus verstärktem Beton mit 40 deutschen im Inneren von drei AVsRE zerstört, indem sie 24 Schüsse in Salven feuerten, die mehr als einen Meter eindrangen, sodass 30 der Deutschen schnell aufgaben.AVsRE mit Faschinen konnten erfolgreich Straßenkrater und Anti-Panzer-Graben überbrücken.

  
AVRE 290-mm-Petard-Mörser und seine Munition (links) und AVRE mit Faschine (rechts). 


Ein Auszug von einem Bericht von Captain J.B Conacher R. Sigs

 

Operation Veritable wurde als militärischer Erfolg angesehen und räumte den Weg für einen letzten Vorstoß nach Deutschland. Man lernte über einige kritische Punkte, die sogar zu meiner Zeit in Panzern noch so wichtig sind wie damals.

Eine Operation von Panzern und Infanterie in enger Kooperation in bewaldetem Gebiet sollte nicht als eine komplett andere Art der Kriegsführung angesehen werden, als eine Operation in einem normalen europäischen Land. Dieselben Regeln und Prinzipien gelten, obwohl sie in den meisten Fällen angepasst werden müssen, um die ungewöhnlichen Sichtbedingungen und Manövrierschwierigkeiten zu bewältigen. Diese beiden Faktoren und die vielen Einschränkungen und Probleme der kämpfenden Truppen machen es extrem schwer für einen Kommandanten, den Verlauf des Gefechts zu beeinflussen, nachdem er den Angriff gestartet hat.. (Befehlshaber, 9RTR) 

 

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Quellen

Fotos mit freundlicher Erlaubnis von IWM London & Life Magazine Archiven

Report on Operation Veritable-21st Army Group (1946)

9 RTR AA Review (1945)

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