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Die Anfänge des Tiger-Panzerkampfwagens VI Tiger 1 Ausf.E

 

Im Oktober 1935 begannen die ersten Diskussionen über einen Panzer, der den französischen Char 2C besiegen sollte. Warum der 2C? Nun ja, es ist anzunehmen, dass ihn die Deutschen zu jener Zeit als die größte Bedrohung betrachteten. Diese gewaltige Bestie (69 Tonnen) wurde von vielen jedoch eher als Belastung, denn als Gewinn für das Schlachtfeld angesehen. 

 

French Char 2C

Die einzige Gewissheit, die sich aus diesen frühen Diskussionen ergab, war die Tatsache, dass der Motor eine konstante Leistung von 600 PS erzeugen musste – und wenn nötig bis zu 700 PS. Damals kam das legendäre Unternehmen Maybach ins Gespräch und die Diskussion ging weiter. Wäre ein V‑16-Motor besser? Er könnte die Leistung liefern, aber dann müsste der Motorraum vergrößert werden. Oder sollte man besser einen V12-Motor einsetzen? Das aber würde die verfügbare Leistung verringern. 

Maybach HL210P45 – der Original-Motor des Tiger „131“ im Bovington-Panzermuseum, England

 

Es begann die Entwicklung des Tiger – für dieses Programm wurde eine Reihe von Firmen verpflichtet, die sich miteinander messen sollten. Darum wurden zahlreiche Prototypen hergestellt.

Das erste Fahrgestell wurde von Henschel hergestellt – der D.W.1 (Durchbruchswagen). Er sollte mit einem von Krupp entwickelten Versuchsturm mit einem kurzen 75‑mm-Geschütz ausgestattet werden. Diese D.W‑Serie klassifizierte man später neu als VK 30.01 (fast genau wie der Panzer IV) und das bedeutete ganz einfach, es war die Klasse der 30‑Tonner und die Version 01.

VK 30.01-Fahrgestell 

Man erforschte viele Alternativen, aber das einzige gemeinsame Motiv, das sich Beliebtheit erfreute, war die Verwendung von Drehstabfederungen entlang der Wanne. Beim Bau bedeutete dies natürlich, dass man mehr Straßenräder verwenden konnte und das Gewicht des Fahrzeugs daher besser verteilt wurde. Die Anzahl der Straßenräder wurde dadurch erreicht, dass sie auf beiden Seiten überlappend angebracht wurden – ein Merkmal, das fast nur bei den Deutschen vorkam. 

VK 30.01 (H)

VK 36.01 (H) 

 

Es folgten verschiedene Stadien in der Entwicklung des Tiger. Man entschied sich, die Bewaffnung zu verbessern. Daher erteilte man Krupp die Anweisung, einen Turm für ein 10‑cm-Geschütz zu entwickeln. Außerdem musste das VK‑30.01-Fahrwerk angepasst werden. Dies war jedoch wegen des derzeitigen Gewichts unmöglich und so wurde die Idee des VK 36.01 geboren.

Der deutsche Führungsstab griff wieder einmal ein und beschloss, dass die Panzer von nun an mit einem 75‑mm-Geschütz ausgerüstet werden mussten. Außerdem sollte die Panzerung vorne auf 100 mm und an den Seiten auf 60 mm erhöht werden. Aufgrund der Gewichtserwägungen und der fehlenden Materialien erblickte der VK 36.01 nie das Licht der Sonne. 

Erwähnenswert ist auch, dass viele glauben, dass die Konstruktion der Lenkung von einem britischen Prototyp eines schweren Kreuzerpanzers stammt – aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Zu dieser Zeit rückten Hitlers Armeen nach Osten vor und das Gelände war mit kleinen Brücken übersät. Dies machte das Vorrücken der Panzer zu einem Problem. Daraufhin wurden (wieder einmal) Befehle gegeben, die Konstruktion für Tiefwasser zu optimieren. Das war ein weiteres technisches Problem, das man lösen musste. 

Beide Konstruktionen verwendeten eigentlich den gleichen Turm, der von Porsche entwickelt, aber von Krupp gebaut wurde. Mit der Ausrüstung des unglaublichen 88‑mm-Geschützes war der Prototyp Tiger geboren.

Tiger „131“(oben) Bovington-Panzermuseum -Tiger Day 2013

Zusammenfassung

Ich habe versucht, die grundlegende Entwicklung dieses kultigen Panzers mit möglichst wenigen Worten zu beschreiben. Dabei konnte ich jedoch nur die wichtigsten Fakten erwähnen. Beispielsweise habe ich den VK 65.01 absichtlich weggelassen (der 65‑Tonnen-Prototyp).

Wie ihr seht, war das alles recht kompliziert – vor allem, wenn man bedenkt, dass letztendlich nur 1354 Stück gebaut wurden. 

 

The_Challenger

Referenzen:
  • Germany Tiger Tank: Tiger I & 2 Combat Tactics – L Jentz
  • Tiger Tank Workshop Manual – Haynes
  • Tigers in Combat, Volume 1-Wolfgang Schneider
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