Panzerakademie: Anwinkeln der Panzerung und Side-Scraping

Rekruten, Panzerfahrer, Kommandanten,

wir heißen euch bei einer neuen Lektion der Panzerakademie willkommen. Wegen der hohen Nachfrage in der letzten Umfrage besprechen wir heute, wie ihr euren Panzer zum Schutz gegen gegnerisches Feuer anwinkeln könnt und einfaches Physik- und Geometriewissen einsetzen könnt, um die effektive Panzerung im Gefecht zu erhöhen. Heute erfahrt ihr mehr über spezielle Arten dieses Manövers, wie sie funktionieren und wie man sie erfolgreich auf dem Schlachtfeld in die Tat umsetzt.

Bitte beachtet auch, dass eine neue Umfrage auf unserer Webseite erstellt wurde, in der ihr für das übernächste Thema in der Panzerakademie stimmen könnt. Wir können nun schon verkünden, dass das nächste Thema für die Panzerakademie Zwei Manöver: Hervorlugen und teilgedeckte Stellungen sein wird.

Bevor wir mit den Manövern selbst beginnen, möchten wir noch einmal kurz durch die Grundlagen der Penetrationsmechaniken gehen und die effektive Dicke der Panzerung berechnen. Falls ihr darüber schon Bescheid wisst, könnt ihr direkt zum Anwinkeln der Panzerung voranschreiten, das euch zeigt, wie ihr dieses Manöver durchführt. Zu guter Letzt sollten sich die erfahreneren Rekruten mit der fortgeschrittenen Version des Anwinkelns, nämlich dem Side-Scraping, vertraut machen. Passt gut auf, denn dieses Wissen ist unentbehrlich, wenn es um das Überleben auf dem Schlachtfeld geht.

Penetrationsmechanik und effektive Dicke der Panzerung

Der Begriff Penetration bezieht sich auf ein Geschütz, das die Panzerung eines Gegners durchschlagen soll. Der Wert ist in Millimetern angegeben, falls ein Geschütz also einen Wert von 110 für AP-Granaten hat, heißt das, dass es mit diesen Granaten durchschnittlich 110 mm Panzerung über eine Distanz von 100 Metern durchschlagen kann. Der endgültige Wert kann jedoch bis zu 25 % über oder unter des Durchschnitts liegen.

Das bedeutet, dass eure Panzerung dicker sein muss als die Durchschlagskraft des Geschützes, das auf euch schießt, damit ihr eine Chance habt, dass das Geschoss abprallt. Falls ihr allerdings einmal die Panzerungsdicke mit den Durchschlagswerten der meisten Geschütze der jeweiligen Stufen vergleicht, werdet ihr bemerken, dass erstes gegen letztes kaum Schutz bieten dürfte, zumindest auf dem Papier. Und hier kommt die effektive Dicke der Panzerung ins Spiel.


Effektive Dicke der Panzerung

Der Unterschied zwischen Panzerungsdicke und effektiver Panzerung ist die oft starke Diskrepanz zwischen der angegebenen und der eigentlichen Werte. Kurz gesagt, die effektive Panzerungsdicke kann den angegebenen Wert weitaus übertreffen, das kommt allerdings auf den Winkel an, von dem der Panzer beschossen wird. Je höher der Winkel, desto höher ist die effektive Panzerungsdicke. Das ist der Grund, warum ihr nicht so viele gepanzerte Fahrzeuge seht und fahrt, die nicht kistenförmig sind. Stattdessen haben sie angewinkelte Panzerplatten. Neben der besseren effektiven Panzerung hat dies noch einen weiteren Vorteil. Je höher der Winkel ist, desto höher ist die Chance, einen Abpraller zu erzielen.

Folgend seht ihr eine nützliche Tabelle die zeigt, wie stark eine angewinkelte Panzerplatte an effektiver Panzerungsdicke gewinnt:

Einschlagswinkel

Effektive Dicke der Panzerung

90°

(rechter Winkel)

100 %

(Normalwert)

80°

101,54 %.

70°

106,42 %.

60°

115,47 %.

50°

130,54 %.

40°

155,57 %.

30°

200 %

20°

292,38 %.

weniger als 20°

Abpraller

Ihr könnt sehen: je höher der Einschlagswinkel, desto effektiver die Panzerung. Wenn ihr mehr über diese Mechanik erfahren oder sehen möchtet, wie sie im Spiel funktioniert, könnte folgende Anleitung genau das Richtige für euch sein:

Wichtig: Beachtet bitte, dass das Video im November 2012 hochgeladen wurde. Seitdem hat sich einiges am Spiel geändert. Zum Beispiel können panzerbrechende Granaten nun auch durch weichere Objekte wie Zäune, dünne Wände schießen und die dahinterstehenden Fahrzeuge beschädigen und auch Granaten, die abgeprallt sind, können noch ein weiteres Fahrzeug treffen. Daher solltet ihr das im Hinterkopf behalten, wenn ihr das Video anschaut.


Anwinkeln der Panzerung

Wie ihr bis jetzt bemerkt haben solltet, unterscheiden sich Panzer stark im Design, vor allem, wenn man sie in den jeweiligen Stufen und Klassen vergleicht. Diese Unterschiede sind entweder in der Größe, Form oder Panzerung, wobei letzteres am meisten vorgibt, wie sehr ein Panzer geschützt ist. Daher solltet ihr nicht erwarten, dass alle schweren Panzer gleich viel aushalten. Fakt ist, dass einige Fahrzeuge leichter zu penetrieren sind als andere, zum Teil wegen der unterschiedlichen Panzerungsdicke und zum Teil wegen des schlechten Winkels der Panzerplatten. Falls ihr eines dieser Fahrzeuge fahrt, müsst ihr lernen, wie ihr selbst die Panzerung „künstlich“ anwinkeln könnt, sodass die effektive Dicke der Panzerung und eure Überlebenschance erhöht werden. Ihr könnt das tun, indem ihr den Panzer anwinkelt, was auch Diamant-/Unzerstörbar-Position genannt wird.

Um dieses Manöver erfolgreich durchzuführen, müsst ihr einfach folgende Schritte beachten:

  • Findet heraus, woher das Gegnerfeuer kommt. Wenn ihr nicht wisst, wo der Gegner steht, versucht, die Leuchtspuren ausfindig zu machen oder werft einen Blick auf den Schadensindikator, wenn ihr getroffen werdet.
  • Dreht eure Front zum Gegner. Denkt daran, dass die Front der stärkste Teil eures Panzers ist und das Profil von eurem Fahrzeug am kleinsten ist, wenn ihr sie dem Gegner zeigt.
  • Dreht eure Front um 30 oder 40 Grad zum Gegner. Dadurch wird der Einschlagswinkel spitzer und eure Panzerungsdicke sowie die Chance auf einen Abpraller erhöhen sich.
  • Passt auf eure Seitenpanzerung auf. Gebt Acht, wenn ihr eure Panzerung anwinkelt. Wenn ihr es übertreibt, könntet ihr eure Seite zeigen und genau das Gegenteil erreichen.

Wichtig: Beachtet, dass manche Panzer, vor allem die im chinesischen und sowjetischen Forschungsbaum, Frontplatten mit einer Nase haben. Diese Bauweise erhöht die effektive Panzerung stark, wenn man gerade zum Gegner steht, jedoch kann man kaum noch Winkel-Manöver durchführen. Wenn ihr also in solch einem Panzer einem Gegner gegenübersteht, dann steht stets gerade, denn wenn ihr den Panzer selber anwinkelt, wird der Panzerungsbonus der Nase reduziert oder gar aufgehoben. 


Side-Scraping

Side-Scraping ist ein spezielles Winkel-Manöver, das zwei Sachen voraussetzt: Ein Hindernis (ein Haus oder riesiger Stein), das eurem Panzer Deckung bietet und ein Panzer mit guter Seitenpanzerung (dicke Panzerung, Schottpanzerung, Seitenschürzen oder alles zusammen). Es gibt zwei Arten dieses Manövers, die von dem Aufbau eures Fahrzeugs und der Stelle, an dem der Turm platziert wurde, abhängt:


1. Variante: Der Turm ist in der Mitte oder leicht frontal am Fahrzeug

Fahrt zu einem großen Objekt wie einem Haus oder einem riesigen Stein und stellt eure Front an dessen Oberfläche. Anschließend winkelt ihr euren Panzer leicht an, sodass nur ein Stück der hinteren Seite herausschaut und fahrt in bisschen zurück. Wenn ihr es richtig macht, ist eure Front immer noch von Haus/Stein geschützt, während ihr weiterhin auf euren Gegner feuern könnt. Obwohl ihr mit Side-Scraping euren Turm und eure Seite zeigt, ist letzteres in einem extrem spitzen Winkel zu eurem Gegner vor euch. Das bedeutet, dass kommendes Feuer höchstwahrscheinlich abprallt oder von euren Ketten absorbiert wird. Da der Turm meist der stärkste Teil des Panzers ist, wird dieser nicht so leicht beschädigt. 


2. Variante: Der Turm ist ganz hinten oder ganz vorne am Fahrzeug

Vor allem sind die Fahrzeuge mit hinten angebrachtem Turm effektiv. Die Ausführung ist dieselbe wie oben beschrieben. Allerdings schafft man es mit dem hinten liegenden Turm, einen noch steileren Winkel zu erreichen, sodass noch mehr Schüsse abprallen oder absorbiert werden.

Bei Fahrzeugen mit vorne liegendem Turm wird das alles schon etwas schwieriger. Natürlich kann man die Standard-Variante ausprobieren, doch in diesem Fall ist es um einiges schwerer, die Frontplatte versteckt zu halten – der Turm liegt einfach zu weit vorne. Daher benutzen manche erfahrene Spieler eine weitere Variante dieses Manövers, nämlich das „rückwärtige Side-Scraping“. Der Hauptunterschied zwischen diesem und dem Standard-Manöver liegt darin, dass ihr das Heck statt der Front an das Hindernis stellt. Wenn ihr also rückwärts mit eurem Fahrzeug steht, wird wieder ein großer Teil abgedeckt, ohne dass die Wanne davon negativ beeinträchtigt wird. Theoretisch spielt ihr dann wie ein Panzer mit einem hinten liegenden Turm.

Wichtig: Beachtet bitte, dass dieses Manöver schwer zu bewerkstelligen und sehr risikoreich ist. Falls ihr euch nicht korrekt positioniert, könntet ihr euer Heck dem Gegner zeigen. Das Heck ist sehr verwundbar, falls ihr es also dem angreifenden Gegner an der Front zeigt, werdet ihr in kürzester Zeit zerstört. Falls ihr nicht gerne Panzer mit hinten liegendem Turm spielt, empfehlen wir euch, NICHT das rückwärtige Side-Scraping zu probieren.


Das war alles für das heutige Thema. Nun solltet ihr euren Panzer bei Gegnerbeschuss ordentlich positionieren und dieses Wissen nutzen, um die effektive Panzerung und damit eure Überlebenschance zu erhöhen. 

Wie gesagt, nächstes Mal besprechen wir Zwei Manöver: Hervorlugen und teilgedeckte Stellungen. Und stimmt für das Thema ab, das danach behandelt werden soll! Diese Woche steht zur Auswahl:

  •         Das Gefecht beginnt
  •         Übersicht über die Besatzungsfähigkeiten
  •         Alles über Verbrauchsmaterialien

Das war‘s für Heute. Weggetreten!

Einfaches Wissen über Physik bewahrt euren Panzer vor dem Schrottplatz!

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