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Die schweren Schweden unter der Lupe

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Nur wenige schwedische schwere Panzer haben es über das Zeichenbrett hinaus geschafft. Es besteht jedoch kaum ein Zweifel daran, dass sie auf dem Schlachtfeld ein paar Türme verdreht hätten und dank ihres extrem abgewinkelten Wannendesigns recht unbeschadet durchgekommen wären. Zum Glück kann World of Tanks ihnen Leben einhauchen!

Der EMIL I, EMIL II und Kranvagn sind drei neue schwere Panzer für den schwedischen Baum in Update 9.17. Hier könnt ihr einen Blick auf ihre Stärken und Schwächen werfen und erfahrt dabei noch etwas über ihre Geschichte.

EMIL I

Eine Mischung aus robuster Panzerung und einem Turm mit Ladeautomaten machen den EMIL I zu einer ernstzunehmenden Gefahr im Nahkampf, während seine Genauigkeit immer noch gut genug für Unterstützung aus der zweiten Reihe ist.

Überblick

Überlebensfähigkeit: Dicke Frontpanzerung und ein niedriges Profil machen ihn zu einem effizienten Fahrzeug, wenn er in gerader Linie gefahren wird – es ist schwierig, ihn zu entdecken und zu treffen. Setzt seinen unteren Richtwinkel (-12°) geschickt ein und ihr werdet länger auf dem Schlachtfeld kämpfen können.

Mobilität: Kompakter als der AMX 50 100 und bis zu 50 km/h schnell (mit einer Marschgeschwindigkeit zwischen 42 und 43 km/h), erreicht man schnell gut geschützte Positionen und leert sein Magazin, gut versteckt hinter Hügeln.

Feuerkraft: Der Ladeautomat mit vier Granaten im Magazin reicht aus, um mit fast jedem Fahrzeug der Stufe VIII kurzen Prozess zu machen, außer schwere Panzer und dick gepanzerte mittlere Panzer. Der EMIL I leert ein volles Magazin schneller als der AMX 50 100 und muss nicht so lange im Offenen stehen, wodurch er universeller einsetzbar wird. Die passable Geschützstabilisierung bei Bewegung erlaubt ihm, unterwegs zu schießen, oder sofort nach einem Halt.

EMIL II und Kranvagn

Der EMIL II gibt uns eine nette Vorschau auf das, was im Forschungsbaum vor uns liegt. Dieser Abprallerkönig auf Stufe IX brilliert im rauen Gelände und bei hinterlistigen Angriffen. Das volle Potential schwedischer schwerer Panzer eröffnet sich aber erst auf Stufe X mit dem ultraflachen, robusten Kranvagn.

Überblick

Überlebensfähigkeit: Der Kranvagn hat eine dickere Panzerung als der AMX 50 B und T57 Heavy: eine extrem abgeschrägte Wanne (90 mm) und einen noch schwerer gepanzerten Turm (210 mm) mit abgeschrägter Panzerung, kleinen Luken und robuster Oberseite. Sein recht kleines Profil, die flache Wanne und die Lage des Geschützes im Turm steigern die Überlebensfähigkeit noch weiter. Man muss schon ein perfekter Schütze sein, um den Turm zu treffen. Der Turm und die extrem abgeschrägte Panzerung machen dieses Fahrzeug wirklich widerstandsfähig.

Mobilität: Der Kranvagn hat eine gute Marschgeschwindigkeit und seine Motorleistung übertrifft die des T57 Heavy. Im Sport wäre der amerikanische T57 Heavy ein meisterlicher Geher, der französische AMX 50 B ein ausgezeichneter Sprinter und der Schwede ein Marathonläufer.

Feuerkraft: Das 120-mm-Geschütz des Kranvagn mit seinen panzerbrechenden Granaten eignet sich hervorragend, bewegliche Ziele ins Jenseits zu befördern. Die Nachladezeit ist langsamer als die des AMX 50 B oder des T57 Heavy, doch der großartige Richtbereich (-12°) gleicht dies wieder aus. Er lässt den Kranvagn (bei richtigem Anwinkeln) gegnerische Granaten abprallen und nutzt unebenes Gelände aus, um die Gegner abzuschießen.

Geschichtsrückblick

Die schwedische Armee verwendete die Klassifizierung „mittlerer Panzer“ nicht für ihre eigenen Fahrzeuge im Zweiten Weltkrieg. Die Panzerbrigade (ja, es gab anfangs nur eine) hatte leichte und schwere Panzer. Leichte Panzer waren der Strv m/37, m/38, m/39, m/40 und m/41. Der einzige „schwere“ Panzer war der Strv m/42 mit 22,5 Tonnen, womit er leichter als die meisten mittleren Panzer war. Obwohl die Armee starke Geschütze und Panzerung wollte, konnte sie zu Beginn des Krieges keinen schwereren Panzer als den Strv m/42 akzeptieren.

Hauptgrund für die Bedenken war die strategische Beweglichkeit. Die Armee hatte keinerlei Erfahrung mit schweren Kettenfahrzeugen und befürchtete, dass die eingeschränkte Infrastruktur des Landes keine schweren Fahrzeuge unterstützen könnte. Als der Strv m/42 in Dienst gestellt wurde, war er bereits doppelt so schwer wie die übrigen im Dienst befindlichen Panzer. Untersuchungen an den Brücken zeigten, dass gerade einmal die Hälfte das 22 Tonnen schwere Gefährt hätte tragen können, ohne Beschädigungen davonzutragen. Natürlich würde ein Feind vor dem gleichen Problem stehen, also waren schwerere Panzer nicht nötig.

Nach dem Krieg realisierte die Armee, dass schwere Panzer nicht so viele Probleme im unwegsamen Gelände hatten und es wurde deutlich, dass man Panzer am besten mit den eigenen Panzern bekämpfte. Ein Panzer wurde benötigt, der potentielle Gegner zu gleichen Bedingungen bekämpfen konnte und einen angemessenen ABC-Schutz bot.

Im Jahre 1949 begann die Arbeit an einem „schweren“ Projekt, dessen 18 Panzerkonzepte in den 1950ern erstellt wurden, alle davon als Antwort auf den sowjetischen IS-3. Als man die größte Schwäche des Gegners entdeckte (sein Gewicht), konzentrierten die Schweden sich darauf, einen schweren Panzer zu bauen, der aber weniger wog. Dazu zog man einen leichteren Wiegeturm dem klassischen Turmaufbau des IS-3 vor. Den AMX 50 B als Grundlage, erlaubte das neue Panzerkonzept den Einbau zweier Geschütze mit Ladeautomatik. Die Besatzung musste nicht mehr wertvolle Sekunden mit dem Nachladen der Munition verschwenden und man erhielt so einen gewissen Vorteil im Kampf. Egal, wie es auf dem Papier aussah, war dieses recht originelle Turmdesign letztendlich der Grund für die Beendigung des „schweren“ Projekts im Jahre 1954.

Nach dem Krieg gab es einige Ungewissheit über die Zukunft des Panzers. Die Armee musste einsehen, dass der Strv m/42 mittlerweile veraltet war. Er eignete sich gerade noch, um mit Sprenggranaten auf Infanterie zu schießen. Ein moderner Panzer wurde schnell benötigt und der Centurion konnte sofort geliefert werden. Die Anschaffung wurde recht zügig durchgeführt, ohne groß Gutachten anzufertigen. Das heimische „schwere“ Projekt hatte zwar das gleiche Ziel, hatte letztendlich aber eine niedrigere Priorität und wurde eingestellt.

Obwohl das schwedische schwere Panzerkonzept nie auf die Schlachtfelder gerollt ist, hat das Projekt „EMIL“ mit seinen vielen interessanten und originellen Entwürfen viel zur Panzerentwicklung des Landes beigetragen.

Das war es von den schwedischen schweren Panzern. Setzt die Infos sinnvoll ein, wenn Ihr ausrückt und haltet Augen und Ohren offen für ein ausführliches Profil des kommenden Jagdpanzerzweigs.

Ihr wollt mehr Infos zum Update 9.17? Macht beim Öffentlichen Test mit – dort gibt es weit mehr als nur die schwedischen Panzer zum Ausprobieren!
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